| 
Licht
+ Mensch
Unser Organismus wird tagsüber durch das Sonnenlicht genährt und aktiviert, nachts regeneriert er sich und kann das Erlebte verarbeiten.
Jeder Farbstrahl des Sonnenlichts bewirkt eine Aktivierung bestimmter Aspekte unseres Stoffwechsels, die abends und nachts wieder abklingt. Wir sind Teil dieses uralten, aus dem Zusammenspiel von Sonne und Erdrotation entstehenden Rhythmus, in dessen Balance wir leben.
Brechen wir aus diesem Rhythmus aus, so führt das unweigerlich zu einer Disharmonie von Körper, Geist und Seele. Man denke nur an die vielen Studien über die Auswirkungen von Nacht- bzw. Schichtarbeit.
Zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts begann man, künstliches Licht in den Städten flächendeckend einzusetzen und nachts nicht mehr ganz abzuschalten. Parallel dazu haben wir es uns zur Gewohnheit gemacht, den Tag meist hinter Fensterscheiben zu verbringen, die besonders den ultravioletten Anteil des Sonnenlichts weitgehend ausfiltern.
Der Umgang mit dem Lebensspender Sonne hat sich also in extrem kurzer Zeit radikal verändert, und die Wissenschaft ist im Aufklären der Folgen ob ihrer Komplexität überfordert. Einigkeit besteht lediglich darin, daß es keine technische Lichtquelle zur breiten Anwendung gibt, welche die Ganzheit des Sonnenspektrums nachbilden kann. Der Aufenthalt im Freien und die direkte Sonnenbestrahlung kann also durch Kunstlicht definitiv nicht ersetzt werden.
Was bedeutet das oben Dargelegte nun für Menschen, die auf ihr Wohlergehen achten?
Wir haben die Verantwortung für die Gestaltung unserer Lebensrythmen und unsere `Nahrung aus Licht´ bewußt selbst übernommen und es liegt am Einzelnen, mit Hilfe der Kreativität die passende Antwort zu finden. In ganzheitlicher Vorgangsweise erscheint es ratsam nun in unsere Empfindung zu gehen und bewusst zu beobachten ob und wann uns ein Leuchtmittel gut tut, und dieser Erkenntnis zu trauen. Die Industrie stellt uns nämlich in nie dagewesener Vielfalt technische Leuchtmittel unterschiedlichster Qualität zur Verfügung:

In einer im Frühjahr 1999 gemeinsam mit dem Akupunkturarzt Dr Markus C. Binder an zwanzig Menschen durchgeführten Testserie zur Messung des Einflusses technischer Lichtquellen auf den menschlichen Organismus haben die als `Vollspektrumlampen´ bezeichneten Kompaktleuchtstofflampen und die klassische Glühbirne deutlich am besten abgeschnitten.
Fachliche Bestätigung fand ich an der Technischen Universität Graz bei Professor Dr DI Heinrich Hess (Institut für Experimentalphysik), der mich in meiner Idee bestärkte, daß diese beiden Lichtquellen - in Kombination - der Zusammensetzung des Sonnenlichts am besten entsprechen:
Die `Vollspektrumlampe´ (True Lite®, Bio Light®, Life Lite®) hat ihre Stärken im kühlen Licht (mit einem geringeren Rotanteil als die Sonne). Sie hat einen prozentuell dem Sonnenlicht ählichen Ultraviolettanteil, der den energiereichsten Anteil des Sonnenlichts darstellt und mit für die Erfolge der Lichttherapie bei SAD verantwortlich gemacht wird (Seasonal Affective Disease – Winterdepression).
Die Glühbirne strahlt ein unerreicht ebenmässiges, sehr warmes (hoher Rot- Gelbanteil) Spektrum aus mit Spitzenwerten im Infrarotbereich (Wärme).
Im circadianen Rhythmus (biologischer 24 Stunden Rhythmus) entspricht das `Vollspektrumlicht´dem kühlen Licht des blauen Mittagshimmels und hat eine belebende, tonisierende Wirkung auf den menschlichen Organismus.
Das Licht der Glühbirne entspricht dem Licht des Sonnenuntergangs bzw. dem Abendrot und hat nicht zuletzt durch die Wärmestrahlung (Infrarotanteil) eine deutlich entspannende Wirkung.
Die abwechselnde und / oder gemeinsame Anwendung dieser beiden Lichtquellen ermöglicht es uns, unsere Wach- und Ruherythmen bewußt zu gestalten.
Es kann dem menschlichen Körper durch die Anwendung der oben genannten Fakten sehr viel an `Lichtstress´ (durch stark diskontinuierliche Spektren herkömmlicher Leuchtstoffröhren oder flimmernder Hochdrucklampen) erspart werden und dadurch ein beträchtliches krankmachendes Potential ausgeschaltet werden.

Jetzt, im Frühjahr 2009, gibt es - nicht zuletzt infolge des fast flächendeckenden Einsatzes der `Lichtquelle Bildschirm´- weiterführende Erkenntnisse:
Jedem aufmerksamen Beobachter des Himmels wird klar dass die Sonne und der blaue Himmel in der Natur immer gleichzeitig sichtbar sind: Ziehen Wolken, Dunst oder Nebel vor sieht man beide nicht.
Das sehen die beiden deutschen Wissenschaftler Prof Richard Funk und Dr Alexander Wunsch in der Erforschung der Funktion der Augen bestätigt: Das Blaulicht und die Wärmestrahlung der Sonne gehören zusammen, denn das energiereichere Blauspektrum reizt die Augen stärker, während das wärmende (Nah)infrarot sie entspannen und heilen lässt (Eine altbekannte Augenheilmethode ist es mit geschlossenen Augen in die Sonne zu schauen).
Alle Leuchtstoffröhren und Energiesparlampen (auch jene in Vollspektrumqualität !) sowie beinahe alle Flachbildschirme(!) sind Quecksilberemissionslampen die dominierend im bläulich kühlen Bereich des Lichtspektrums strahlen. Da etliche von uns täglich 10 Stunden vor Bildschirmen sitzen (Büro, Heim-PC und Fernseher zusammengerechnet) kann diese Kalt-Warmbalance schon dadurch nicht mehr stimmen. In Deutschland sind über 30% der über 65 jährigen von Makuladegeneration (AMD), einer sukzessiven Erblindung vom Augenmittelpunkt her, betroffen.
Ein Zusammenhang mit dieser Lichtverteilungs- Imbalance liegt nahe.
Die Halogenglühbirne und die Allgebrauchsglühbirne strahlen zu 90 bis 95 % Wärme ab, sie gelten deshalb als ineffiziente Lichtquellen. Wenn man aber bedenkt dass 60% dieser Infrarotstrahlung im Körper für die Regeneration der Augen verwertbar ist sieht die Rechnung ganz anders aus.
Die EU- Kommission hat 2009 dennoch ein Verbot der Allgebrauchsglühbirnen wegen zu hohen Stromverbrauchs durchgesetzt. Beinahe zeitgleich hat die UN- Umweltministerkonferenz in Nairobi den weltweiten Ausstieg aus der industriellen Nutzung des Quecksilbers verbindlich beschlossen, der Fahrplan zu dessen Umsetzung bis hin zum Handelsverbot ist aktuell in Ausarbeitung. Klassische Energiesparbirnen jedoch leuchten hauptsächlich dadurch dass Quecksilberdampf in ihnen durch elektrischen Strom aktiviert wird. Quecksilber gilt als schweres Nervengift das sich rasch zunehmend in unserer Nahrungskette wiederfindet.
Aus heutiger Sicht ist die Entwicklung der Licht-Emittierenden-Dioden (LED) zur wichtigsten technischen Lichtquelle der Zukunft nicht mehr aufzuhalten:
Seit kurzer Zeit ist es möglich aus etwa sechs FarbLEDs in Kombination mit Ultraviolett- und InfrarotLEDs unser Naturlicht in ausreichender Qualität nachzubauen. Sogar die unterschiedlichen Tönungen des Morgen-, Mittags- und Abendlichts sind durch Dimmung der einzelnen LEDs einstellbar, und das alles auf Gleichstrombasis, also flimmerfrei. Obwohl der aktuelle Marktdurchschnitt dieses hohe Niveau noch nicht spiegelt ist es mit LEDs grundsätzlich möglich all die bekannten Systemgrenzen traditioneller Leuchtmittel enorm zu weiten. Bildschirme mit LED- Hintergrundbeleuchtung sind bereits erhältlich, und noch 2009 sollen die ersten LED- Vollspektrum- Energiesparbirnen mit Schraubsockel auf den Markt kommen.
© Andreas Stiasny 2009 - DI Architektur - Licht+Farbvision
Schirmleitenstrasse 17 – A 8046 Graz
Tel + Fax (0043) 316 81 91 82
|